Theater zum Holocaust-Gedenktag

Mit: Don-Bosco-Schule Liebenau, Werkgymnasium Heidenheim, Theater Reutlingen Die Tonne
Mit Übersetzung in Gebärdensprache

Plakat zum Theater am Holocaustgedenktag am 27. Januar 2020
Plakat zum Theater am Holocaustgedenktag am 27. Januar 2020

Für die Erinnerung und gegen das Vergessen setzen drei ganz unterschiedliche Inszenierungen bewegende Akzente.

Wer waren die Menschen, die in der sogenannten „Euthanasie“ von den Nationalsozialisten ermordet worden? Rund 300.000 Frauen, Männer und Kinder mit Behinderung oder psychischer Erkrankung wurden aussortiert und umgebracht, davon allein 10.654 in der Tötungsanstalt Grafeneck im Kreis Reutlingen.
Das Theater am 27.1.2020 soll Brücken bauen – zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Drei ganz verschiedene Theaterstücke zeigen lebendige Geschichten zu den Opfern. Auf der Bühne vermitteln Menschen, die im „Dritten Reich“ selbst der Gefahr ausgesetzt gewesen wären, eindrucksvoll ihre Sicht.
So wird Geschichte begreifbar – die grausamen Taten bleiben dennoch unbegreiflich.
So schafft das Theater aktives Erinnern. Die Theaterszenen geben dem Gedenken an die Opfer einen würdigen und lebendigen Raum.

Unsere Veranstaltung findet im Anschluss an die offizielle städtische Gedenkveranstaltung im Spitalhofsaal statt. Von dort aus kann man bequem in 10 Minuten zu Fuß zum neuen Tonne-Theater in der Jahnstraße rübergehen.

Ort: Theater Reutlingen Die Tonne, Jahnstraße 6, 72762 Reutlingen

Montag, 27. Januar 2020

19.30 Uhr: Theater zum Holocaust-Gedenktag

„Der Bus kommt!“
Theater AG der Don-Bosco-Schule der Stiftung Liebenau, Meckenbeuren
Leitung: Holger Niegel

Die Theater-AG der Don-Bosco-Schule Meckenheim spielt ihr Stück „Der Bus kommt!“
Die Theater-AG der Don-Bosco-Schule Meckenbeuren mit ihrem Stück „Der Bus kommt!“

Grundlage des Spielens sind die Schicksale der 501 Opfer der NS-Euthanasie in der Stiftung Liebenau. Die Spielerinnen versetzen sich in die Rolle der Opfer und wissen dabei, dass sie selbst damals vielleicht zum Opfer geworden wären. Gezeigt wird ihr letzter Weg vom Abtransport aus Liebenau bis zum Ende in der Gaskammer in der „Heilanstalt“ Grafeneck. Das Stück enthält nur wenig Text, um eine Stimmung zu erzeugen, die jeder spüren und erfassen kann. Die Spielerinnen wirken allein durch ihre Darstellung.
Das Stück möchte den Opfern der Vernichtungsaktion ein Gesicht geben.

MAKELLOS“
Theater AG des Werkgymnasiums Heidenheim
2. Preis 2019 im Wettbewerb „andersartig gedenken on stage“
Leitung: Marco Graša

Die Theater-AG des Werkgymnasiums Heidenheim zeigt ihr Stück „Makellos“.
Die Theater-AG des Werkgymnasiums Heidenheim mit ihrem Stück „Makellos“
[Foto: Frank Keller]

Sechs historische und fünfzehn Lebensläufe aus der Gegenwart stehen im Zentrum der Handlung von MAKELLOS.
Die Sprechszenen werden von der immer wiederkehrenden Aufforderung „Zeigt eure Makel, los!“ eingeleitet. Die Spieler*innen sprechen von ihren „Makeln“ und Fehlern. Diese werden neben die Lebensläufe von sechs Opfern der „NS-Euthanasie“ gestellt.
Sie alle stellen in besonderer Weise Merkmale heraus, die uns nach der Bewertung von „Makeln“ fragen lassen. Gegensätze der Lebensläufe von Opfern damals und uns heute werden deutlich und sichtbar gemacht.
Und allen Opfern wird auf der Bühne ein Denkmal errichtet, das an sie erinnert.

Hierbleiben – Spuren nach Grafeneck
Szenischer Einblick in ein Projekt
Theater Reutlingen Die Tonne
Leitung: Enrico Urbanek

Mit einer eindrucksvollen Vielfalt an Formen der darstellenden wie auch bildenden und medialen Kunst und interaktiver Elemente macht sich das Ensemble auf die bewegende Reise nach Grafeneck.
Beobachtungen, Erinnerungen, Fragen von damals werden bewusst gemacht und der Bogen ins Heute gespannt.
Ein Einblick in das Theaterprojekt, das beim Festival „Kultur vom Rande“ am 8. Mai 2020 Premiere haben wird.

Eintritt: 14 Euro (ermäßigt: 7 Euro)

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